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„Wandern im Bückeberg“ jetzt auch mit neu beschilderten Wegen im Klosterforst Reinsen
19. September 2021

Wie berichtet, hat der Verkehrsverein Wendthagen-Ehlen e.V. in sehr übersichtlicher und informativer Weise die Karte für 15 Wanderungen im Bückeberg aktualisiert.

Der Verkehrsverein Stadthagen und Umgebung e.V. hatte – ebenfalls wie berichtet – im vergangenen Jahr das Waldgebiet im Klosterforst Reinsen mit neuen Wegweisern ausgestattet und drei Wanderrouten ausgearbeitet: die Heidbrinker Runde und den Hülsenweg als Rundwege sowie die Strecke „Achtern Barje“, die zur Waldimkerei in Reinsdorf führt.

Damit die Wege noch besser zu erkennen sind, wurden alle drei Vorschläge jetzt mit Symbolschildern versehen: die Heidbrinker Runde mit einer Eichel, der Hülsenweg mit der Hülsenfrucht und der Weg „Achtern Barje“ mit einer Biene.

Dankenswerter Weise haben unsere Kollegen diese neuen Wanderwege für alle interessierten Wanderfreunde mit ausführlichen Beschreibungen in die überarbeitete Karte mit aufgenommen.

Diese ist – wie berichtet – im i-Punkt erhältlich.

Es kommt häufiger vor, dass am Taxistand Hundemarkt gerade kein Wagen zur Verfügung steht und dadurch insbesondere unsere älteren Mitbürger für die Wartezeit eine Bank vermissen.

Deshalb bat der Seniorenbeirat den Verkehrsverein um Unterstützung zur Schaffung einer Sitzmöglichkeit. Wir haben uns daraufhin mit der Stadtverwaltung in Verbindung gesetzt, die den Bauhof mit dem Anbringen von Sitzflächen auf der Mauer einer Beeteinfassung beauftragte.

Das Problem wurde somit gut gelöst und ab sofort muss niemand mehr im Stehen auf das nächste Taxi warten.

Rundgang über Stadthagens Wallanlagen
11. Mai 2021

Stadthagens Wallanlagen mit vielen seltenen Baumarten

Befestigung der mittelalterlichen Stadt

Zum Schutz der mittelalterlichen Stadt wurde im 14. Jahrhundert eine Befestigungsanlage errichtet, bestehend aus Stadtmauer, Wall und Graben. Es gab drei Stadttore in der Ringmauer: das Westerntor (erste urkundliche Erwähnung 1327), das Oberntor (1330) und das Niederntor (1364).

1423 wurde der Turm am heutigen Viehmarkt – als Teil der Stadtmauer – erbaut.

 

Nutzung der Wallanlagen in Friedenszeiten

Im 16. Jhd. wurde der Stadtgraben zur Fischerei genutzt, es wurden von städtischer Seite Karpfen in den Graben eingesetzt. Außerdem diente das Areal zum Weiden des Viehs und als Gärten für die Versorgung.

 

Verfall der Befestigungsanlage

Im 30-jährigen Krieg (1637) wurden Wall, Graben und Stadtmauer stark beschädigt. Um 1734 stürzte die Ringmauer an verschiedenen Stellen immer wieder ein und musste permanent wieder aufgerichtet werden. Um 1843 hatte die Stadtmauer nur noch ein Drittel ihrer ursprünglichen Höhe, die Toranlagen wurden bis 1875 gänzlich abgebrochen.

 

Der Wall als Parkanlage

Von 1774 bis 1799 wurde nach der Überlieferung bereits eine Allee angepflanzt und die Wälle wurden aufgeforstet, die Wallanlage stand den Bürgern für Spaziergänge zur Verfügung.

Der 1899 gegründete Verschönerungsverein pflanzte etliche Bäume entlang des Walls, die heute zum Teil noch vorhanden sind. Auch heute noch ist die Verschönerung Stadthagens, vor allem die Erhaltung und Pflege der Wallanlagen, das Anliegen des Verkehrsvereins. Außerdem stiftet der Verkehrsverein Hinweistafeln zur Erklärung der historischen Gebäude und Stätten in Stadthagen, zu sehen zum Beispiel an der Amtspforte, auf dem Martini Friedhof usw.

Um 1900 wurden die letzten Reste der Stadtmauer abgetragen. Der Stadtmauerturm am Viehmarkt wurde 1909 instand gesetzt.

 

Die Wallanlagen heute

Der Wall ist als geschlossener Rundweg noch erhalten. Teilweise ist auch der Graben noch vorhanden. Im Mittelalter lag der Wall wesentlich höher, in etwa noch zu sehen am Ostwall/Schulstr.

Der 2,5 km lange Rundweg ist gesäumt von besonderen Bäumen, die ihre Heimat z.T. in anderen Teilen der Erde haben, einige davon sind aktuell mit Schildern über Art und Herkunft versehen worden. Hervorzuheben ist auch die Kirschbaumallee am Westwall, deren Blütenpracht sich im Frühjahr entfaltet.

Der Rundweg führt vorbei an Baudenkmälern der Renaissance wie zum Beispiel dem Schloss und der Amtspforte.

 

Der Baumbestand am Wall – die bisher mit Schildern gekennzeichneten besonderen Exemplare am Ostwall

Um den interessierten Bürgern, besonders auch den Schülern, die verschiedenen Baumarten näher zu bringen, hat der Verkehrsverein Stadthagen in 2020 damit begonnen, an 13 Exemplaren Informationstafeln aufzuhängen. Auch an den anderen Wallabschnitten soll das nach und nach geschehen. Den Lehrkräften soll es mit Hilfe der nachfolgenden zusätzlichen Informationen erleichtert werden, mit den Schülern eine Exkursion zur Erkundung der seltenen Baumarten durchzuführen. Die Nummern der Bäume sind mit Farbe auf den Stämmen vermerkt, die Farbe ist aber zum Teil im Laufe der Zeit schon etwas verwittert. Empfehlenswert ist es, die Exkursionen am Beginn des Ostwalls (Ampelkreuzung Lauenhäger/Vornhäger Str.) zu starten.

 

Baum Nr. 3: Gemeine Roßkastanie, 1950 gepflanzt. Aesculus hippocastanum ist auf dem Balkan heimisch, ein beliebter Park- und Alleebaum; wird auch in Wäldern angepflanzt, damit die Früchte (rotbraune, kugelige Nüsse aus stacheliger Schale) als Wildfutter zur Verfügung stehen. Die Baumhöhe beträgt ca. 30 m, die Blütezeit ist Mai bis Juni. Je nach Standort kann sie bis zu 300 Jahre alt werden.

Die pharmazeutische Industrie fertigt zahlreiche Präparate aus der Rinde und den Früchten des Baumes.

Baum Nr. 6: Baumhasel, 1930 gepflanzt. Corylus colurna ist heimisch in Südosteuropa und Westasien. Er findet Verwendung als Zierbaum in Gärten und Parks, als Straßenbaum ist er nicht geeignet. Der Baumhasel wird bis zu 20 m hoch; die herzförmigen Blätter sind deutlich größer (7-15 cm lang) als die des bei uns heimischen Haselstrauchs (Haselnüsse); der Pollenflug findet im Februar statt, die Nüsse werden 1,2 cm breit.

Baum Nr. 9: Gewöhnliche Platane, 1920 gepflanzt. Platanus hispanica stammt aus dem Orient, häufig als Straßen- und Parkbaum in Städten angepflanzt, ist widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung; wird über 30 m hoch; Blüte im Mai; charakteristisch ist die glatte, in großen Platten abbrechende Rinde, die die helle, junge Rinde offenlegt. Neben diesem Standort gibt es noch eine mächtige Platane vor dem Landsbergischen Hof (beherbergt heute die Stadtbibliothek).

Baum Nr. 10: Kleinblütiger Trompetenbaum, 1980 gepflanzt. Catalpa ovata stammt aus China, wird dort in Tempelgärten und Tempelwäldern angepflanzt, wird ca. 6 bis 15 m hoch, blüht im Juli/August; er hat gelbliche, bunt gefleckte Blüten in 10 bis 25 cm hohen Rispen; daraus entwickeln sich Fruchtkapseln von ca. 30 cm Länge.

Baum Nr. 25: Sommerlinde, 1950 gepflanzt. Tilia platyphyllos ist in Europa und Kleinasien heimisch, wird angepflanzt in Parks und als Alleen, wird ca. 30 bis 40 m hoch, die Blütezeit ist Ende Juni; die Linde hat eine dunkelgraue Rinde mit engen Rippen; Sommerlinden können bis zu 1000 Jahre alt werden, selbst wenn der Stamm schon ausgehöhlt ist, treiben sie aus ihrem Inneren neue Wurzeln (zum Beispiel die „Gerichtslinde“ vor dem Schloss in Stadthagen).

In der Pflanzenheilkunde werden die getrockneten Lindenblüten verwendet zur Bekämpfung von grippalen Infekten, Fieber und Atemwegserkrankungen. Aus den Blüten lassen sich auch Gelee, Sirup und Likör herstellen.

Baum Nr. 29: Ungarische Eiche, 1940 gepflanzt. Quercus frainetto ist heimisch im südlichen Italien, auf dem Balkan und in Rumänien; sie wird bis zu 30 Meter hoch, blüht im Mai; die im Oktober herabfallenden Eicheln werden 1,2 bis 2 cm lang.

Baum Nr. 32: Bergahorn, 1985 gepflanzt. Acer pseudoplatanus ist heimisch in Mittel- und Südeuropa, einschließlich Großbritannien; er findet sich in Mittel- und Hochgebirgen bis in 1500 m Höhe, ist aber auch verbreitet als Straßenbaum, in Gärten, Parks und Forsten. Er kann bis zu 35 m hoch und bis zu 500 Jahre alt werden.

Er blüht vor dem Laubausbruch im April, die Blätter sind 5-lappig oder 3-lappig. Die Früchte haben 2,5 cm lange Flügel, die sich während des Sommers rötlich verfärben.

Baum Nr. 33: Hainbuche, auch Weißbuche genannt; 1950 gepflanzt. Carpinus betulus ist heimisch im mittleren und südlichen Europa sowie in Kleinasien. Hainbuchen finden sich meist im Unter- und Zwischenstand im Mischwald, werden angepflanzt in Gärten, Parks und Wäldern, oft auch als Hecken- oder Straßenbaum, erreichen eine Höhe von 7 bis 25 m. Die Blütezeit ist März bis April, die männlichen Kätzchen sind 3 bis 5 cm lang, die weiblichen etwas kürzer, sie befinden sich an den jungen Trieben.

Baum Nr. 61: Rotbuche, 1930 gepflanzt. Fagus sylvatica ist heimisch in West-, Mittel- und Südeuropa, ein weit verbreiteter Park- und Waldbaum, der z.Zt. die Hälfte aller Laubwälder in Deutschland bildet. Die Rotbuche wächst auch an Berghängen bis zu einer Höhe von 1550 m. Die Blütezeit ist April bis Mai, die Früchte (Bucheckern) sind sehr ölhaltig. Sie reifen von September bis Oktober. Buchen können bis zu 40 m hoch und 300 Jahre alt werden, nach ca. 120 bis 160 Jahren entstehen aber zunehmend dürre Äste im Wipfel.

Das Holz wird vielseitig verwendet in der Industrie (z.B. für die Möbelherstellung) und für das Heizen im Privathaushalt.

Baum Nr. 64: Blutbuche, 1930 gepflanzt. Bei Fagus sylvatica Purpurea handelt es sich um eine natürliche Mutation der Rotbuche, die purpurrotes bzw. dunkelrotes Laub hat. Heimisch ist sie in Mitteleuropa. Die Blütezeit ist im Mai, auch die Blüten und Früchte sind rötlich. Die Blutbuchen werden herangezogen durch das Propfen eines Zweiges auf eine Rotbuche; zu erkennen an einer Wulst, die sich beim Zusammenwachsen bildet.

Baum Nr. 66: Spitzahorn, 1960 gepflanzt. Acer platanoides ist in Europa heimisch; die Blütezeit ist von März bis April. An Straßen, in Parks und in Forsten ist der Spitzahorn verbreitet. Er kann eine Höhe von 20 bis 30 m erreichen und bis zu 500 Jahre alt werden. Die Blüte (gelb in Ährenform) findet vor dem Ausbruch des Laubs Ende März statt. Die Früchte haben waagerecht ausgedehnte Flügel; sie sind zunächst grün, werden dann gelblich; bis in den Winter bleiben sie am Baum hängen.

Besonders viele Ahornwälder gibt es in Kanada (Ahornblatt in der Flagge).

Das fast weiße Holz findet Verwendung in der Möbelindustrie. Der Ahornsirup wird gewonnen durch das Anbohren der Rinde in einer Weise, die dem Baum nicht schadet; der so gewonnene Pflanzensaft wird durch Erhitzen eingedickt, bis ein süßer Sirup entsteht.

Baum Nr. 85: Blumenesche, 1985 gepflanzt. Fraxinus ornus var ist heimisch im südlichen Europa und in Kleinasien. Es handelt sich um einen Zierbaum, wenngleich aus dem Saft, den der Stamm ausscheidet, ein Abführmittel hergestellt werden kann. Die Blumenesche wird ca. 15 bis 20 m hoch, blüht in Form von dichten Büscheln im Mai. Die Büschel werden etwa 7,5 bis 10 cm breit. Die Früchte haben eine Länge von ca. 2,5 cm.

Baum Nr. 86: Pyrenäische Eiche, 1952 gepflanzt. Quercus pyrenaica ist heimisch im südlichen Europa und in Marokko. In der Region Extremadura (Spanien) wachsen Pyrenäische Eichen in Höhen von 600 bis 1200 m. „Ab 600 m und bis zu 1200 m löst die Pyrenäische Eiche die Korkeichenwäldchen ab und bildet zusammenhängende Waldflächen von hohem biologischem Interesse. In einigen Tälern erreichen die Pyrenäischen Eichen einen hohen Wuchs und sie erhalten denselben Umgang wie die Wiesen und stellen wunderschöne Landschaften dar. Die Wälder aus Pyrenäischen Eichen weisen normalerweise eine hohe Dichte auf, da es sich um hohe und schlanke Bäume handelt, deren Früchte vorwiegend von den Ziegenherden gefressen werden“ (offizielle Webseite der Region Extremadura). Die Bäume werden bis zu 18 m hoch. Die Blütezeit ist der Juni; die männlichen Blüten sind kätzchenartig hängend, die weiblichen Blüten befinden sich in den Blattachseln. Auch erst im Juni erscheinen die stark behaarten Blätter. Die Früchte (Eicheln) stehen einzeln oder zu fünf gehäuft.

 

Quellen:

Vgl. Ausstellung „Von Zingeln, Zwingern und Bären – Neues und Bekanntes zu Stadthagens Stadtbefestigung“, in der Amtspforte von 20.11.2017 bis 21.05.2018

Vgl. Gärten im Weserbergland, Petra Widmer, Hrsg. Schaumburger Landschaft, Landschaftsverband Südniedersachsen e.V., Holzminden 2018, S. 28

Vgl. Bäume und Sträucher, BLV Naturführer, Kurt Harz, München 1983

Vgl. Das Kosmosbuch der Bäume, Roger Phillips, Stuttgart 1980

Vgl. Stadthagen, Stadt der Weserrenaissance, Willkommen in Stadthagen (Tourist-Information)

www.stadtlandextremadura.de, offizielle Webseite der Region Extremadura

Wegweiser im Klosterforst Reinsen aufgestellt
7. August 2020

Aktuelles aus Reinsen im August 2020

Beschreibung von Wanderwegen:

1) Heidbrinker Runde

Länge:  2,8 km

Start: Straße „Zum Großen Karl“

Beschilderung: Symbol: Eicheln – Stieleiche

Bei den Dorfbewohnern in Reinsen ist dieser gut 3 km lange Rundweg zur Erholung und Entspannung zum Feierabend sehr beliebt. Hier trifft man sich.

Gestartet wird am Waldeingang Heidbrink, an der Straße „Zum Großen Karl“ – Wegweiser „Zu den Wanderwegen“ bergan. An der 1. Kreuzung wird Richtung Reinsen – Dorfgemeinschaftshaus abgebogen. Hier beginnt die „Heidbrinker Runde“ im Uhrzeigersinn. Neben dem typischen Buchen- und Eichenbestand fallen nach ca. 1 km auf der rechten Waldseite ca. 50 Jahre alte Douglasien auf. Schon bald erreicht man die nächste Kreuzung. Hier geht es rechts bergan Richtung Reinsdorf durch eine Roteichenallee. Auf dem Hauptweg immer rechts halten, bis zum nächsten Kreuzungspunkt. Ab hier geht es Richtung Heidbrink zurück.

Historie

Im frühen Mittelalter war das heutige Dorfgebiet – zwischen Wald und etwa 20 bis mehrere 100m westlich der Reinebuld und Bergkette – eine geschlossene Waldfläche. Sehr mutige, Nicht-Schaumburg-Lipper haben hier im Grenzgebiet gesiedelt und dabei den Wald gerodet. Der gebliebene jetzige Waldbereich war jahrhundertelang devastiert, also ein von allen wahllos genutzter Hutewald. Es war kein geschlossener Wald, sondern Einzelbäume bzw. Baumgruppen. Hier waren die wenigen Siedler die Nutzer, quasi eigene „Herren“.

Das wurde durch kaiserlichen Befehl aber anders im 17.Jahrhundert: Die gräfliche Herrschaft sollte wieder „Ordnung“ bringen: sog. Bannwald wurde neu abgegrenzt und war sodann für alle anderen tabu! Die herausgedrängten Kleinbesitzer erhielten am Rand „Abfindungsflächen“.

Zuerst wurden die herrschaftlichen Jagdflächen fast ausschließlich von gräflichen Jägern betreut. Nach und nach wurden aus diesen geordnete, geschlossene Waldflächen, die bis heute nach streng einzuhaltenden Planungen bewirtschaftet werden.

Bis 1980 war dieser Reinser Wald herrschaftlicher und dann eben staatlicher Besitz. Er befindet sich voll im Eigentum der Stiftung Klosterkammer Hannover (Allgemeiner Hann. Klosterfonds), welche den (unseren) Wald stark gewinnorientiert bewirtschaftet. (Henning Böger)

Daneben fällt ein alter Grenzstein aus Sandstein mit der Aufschrift „Interessengemeinschaft Tischler und Buschstein“ auf.

  

2) Hülsenweg

Länge: 5,7 km

Start: Waldrand „Schöne Aussicht“

Beschilderung: Symbol: Hülse/Blatt, Frucht

Dieser Rundweg eignet sich hervorragend für einen längeren Sonntagsspaziergang. Die Wegbeschreibung startet am Waldeingang „Schöne Aussicht“ (ehemaliges Gasthaus) gegenüber der Straße Reinebuld nahe der Bushaltestelle. Es geht halb rechts immer bergan Richtung Reinsdorf über den Kammweg bis zum Rastplatz „Böger Eichen“ und der gegenüberliegenden Kastaniengruppe. Hier kreuzen sich der Bückeberg-Fernwanderweg X11, der Verbindungsweg „Achtern Barje“ und der Hülsenweg. Richtung Heidbrink (Westen) geht es bergab, bis zur Abzweigung Reinsen. Der Hülsenweg verläuft dann ca. 1,5 km lang bis zur nächsten Kreuzung der Hauptwege. Hier wird abgebogen Richtung Reinsen Dorfgemeinschaftshaus und Reinebuld. Der Hülsenweg verläuft nun ca. 2,5 km lang als Niveauweg, kurvenreich etwa parallel zur L447. Am Ende geht es bergab zurück zur L447 und zur Reinebuld. Von hier aus lohnt sich ein Abstecher zur Ruhebank direkt am Waldrand gegenüber dem Ortsausgang Reinsen Richtung Osten. Hier erschließt sich der „Kaiserblick“ bis zur Porta Westfalica und das Panorama der Norddeutschen Tiefebene.

Der für viele etwas eigentümliche Name Hülse ist bezeichnend für eine besondere Pflanze, die diesen Weg auf ganzer Strecke 3 km in vitaler Art begleitet. Jahrhundertelang wird hier im Norddeutschen der meist stachelblättrige ganzjährig belaubte und giftige, buschhafte Baum Ilex angustifolium genannt. Man hört auch hin und wieder fälschlich Stechpalme, vermutlich, weil überwiegend die Hartlaubblätter stechen können! Zweihäusig haben sie weiße Blüten. Im Winter schmücken rote Beeren die grünen Zweige sehr dekorativ. Der Ilex ist eine absolut naturgeschützte Pflanze, nur kultivierte Bäume dürfen für dekorative Zwecke genutzt werden. Im Winter bei hoher Schneelage sind die Mufflons gern da, um diese harten Blätter zu äsen! Auch die Vögel, beispielsweise die Drosseln, nehmen die roten Beeren auf. Die im Kot verbleibenden Samen werden so weiterverbreitet. Dieser hübsche Baum ist schattenertragend, verlangt keinen nährstoffreichen Boden, aber doch ganzjährig  windgeschützte Bereiche, also alte Waldbestände, welche einen geschlossenen Waldmantel zur Windseite haben. (Henning Böger)

Mehr Informationen s. https://www.reinsen.de/freizeit/

Wanderweg mit Karte: Unser Reinser Wald – nur eine Unzahl von Bäumen?

 

3) Verbindungsweg Reinsen-Reinsdorf „Achtern Barje“

Länge: 3,4 km eine Strecke

Beschilderung: Symbol: Biene

Gestartet wird am Waldeingang Heidbrink „Zum Großen Karl“. Es geht immer bergan bis zum „Rastplatz Böger Eichen“. Hier ist Halbzeit der Wegestrecke, Richtung Reinsdorf/Osten geht es steil bergab.

Auf diesem Wanderweg gibt es viele unterschiedliche Waldbäume zu entdecken – wie nicht überall in den Bückebergen anzutreffen. Rotbuche, Traubeneiche, Erle, Pappel, Hainbuche, Kiefer, Roteiche, Kastanie, Esskastanie, Lärche, Eberesche, Tannen, Ahorn, Blutbuche, Elsbeeren, Speierling, Mehlbeere, Douglasie, Birke und Fichte wachsen hier.

An einer Abzweigung ca. 500 m vor Waldausgang, Richtung Reinsdorf, wird der Wanderpfad noch zum Pilgerweg, denn hier führt auch der Sigwardsweg entlang. An der Friedhofskapelle Reinsdorf endet diese Route. Gegenüber liegen die weiten Obstbaumwiesen und Schautafeln der Schaumburger Waldimkerei. Fortgeschrittene Wanderer besuchen nach einem Ausflug zum Apfelpfad in Reinsdorf auch noch die Streuobstwiese mit Apfellehrpfad in Apelern. Für Einsteiger ist Apelern als eigenes Ausflugsziel sehr zu empfehlen.

Mehr unter www.heimatverein-apelern.de/kuenstlerbaenke-auf-der-streuobstwiese-apelern/

Reinsen und Reinsdorf klingt ähnlich, die Dörfer gehören jedoch unterschiedlichen Gemeinden an. Reinsen ist ein Ortsteil der Stadt Stadthagen, Reinsdorf gehört zur Gemeinde Apelern. Früher bestand eine enge Verbindung zwischen den Dorfbewohnern, man kam zum Tanzvergnügen über den Berg nach Reinsen, umgekehrt waren die Ausflugslokale in Reinsdorf beliebte Ziele der Reinser in ihrer Freizeit. Durch die Schaumburger Waldimkerei hat diese Wegeverbindung wieder neue Bedeutung bekommen.